Wasserrettung / Bootsgruppe

Der Anfang

Nach einem Jahrhunderthochwasser 1999 machten sich die Verantwortlichen der Feuerwehr Gedanken über die Anschaffung eines Rettungsbootes. Die finanziellen Mittel waren nicht gegeben, deshalb wurde man auf ein gebrauchtes Schlauchboot mit einem 25 PS Außenborder und Trailer aufmerksam welches mit Eigen- Mittel gekauft wurde. In den Folgejahren beschäftigte man sich mit dem Einsatzgebiet im Taubergießen, und bildete so seinen Bootsführer im Umgang und Handling mit dem Schlauchboot aus. Der Bootskörper wurde 2003 durch ein neues Mehrkammer- Schlauchboot der Firma Gugel aus Freiburg ersetzt. Die Feuerwehr wurde immer mal wieder zu Sucheinsätzen oder zu Leichenbergungen in den Folgejahren gerufen. Die ersten Bootsführer konnten 2005 an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal ausgebildet werden, mit diesem umfangreichen Wissen wurden dann die Kameraden vor Ort weitergebildet.

Das Mehrzweckboot

Einen großen Sprung in der Entwicklung machte die Bootsgruppe 2014 mit der Übernahme des Mehrzweckbootes von der Feuerwehr Weisweil. Da diese ein leistungsfähigeres Boot von der Ölwehr Bodensee übernehmen konnten, wurde das bisher genutzte Boot frei und kam durch Vermittlung des damaligen Kreisbrandmeisters Jörg Berger nach Rheinhausen. Die Ausbildung erlangte ab dem Zeitpunkt einen ganz anderen Stellenwert, die Ausbildung in der Bedienung und Handhabung beider Boote vor allem aber dem MZB wurden intensiv trainiert. Da die Feuerwehr Rheinhausen mit dem MZB nun auch auf dem schiffbaren Abschnitt des Rheines zum Einsatz kommen sollte, mussten die Stellen an denen das Boot zu Wasser gelassen werden kann erkundet und angefahren werden.

Wasserrettungskonzept

Die vorhandene Bootsausrüstung wurde 2019 auf den Prüfstand gestellt, weil das bisher genutzte Rettungsboot aus dem Jahre 2003 defekt war und ersetzt werden musste. Die Planung richtete sich in erster Linie nach dem Naturschutzgebiet Taubergießen, denn dort finden überwiegend von Frühling bis Herbst touristische Bootsfahrten mit Stocherkähnen und Kanus statt. Die Strecke führt von Rheinhausen bis Rust und dann weiter bis nach Schwanau- Wittenweier. Bewertet wurde der künftige Einsatz des Bootes sowie dessen Handhabung. Das Konzept wurde maßgeblich von unsrem Kameraden Fabian Kunz erstellt.

Folgende Kriterien wurden an das neue RTB gestellt:

  • Erfüllen aller sicherheitsrelevanter Aspekte der DIN 14961 „Boote für die Feuerwehr“
  • Nutzlast mindestens 600 kg bzw. sechs Personen (Norm: mindestens 500 kg bzw. vier Personen)
  • Kielform die Motorisierung mit mindestens 20 PS erlaubt
  • Rumpf mit mechanischem Schutz gegen Untiefen und Treibgut
  • Breite maximal zwei Meter wegen Brücken im Taubergießen
  • Möglichkeit zum Transport einer auf einer Trage liegenden Person im Boot
  • Tragbar durch vier Personen, d.h. Gewicht mit Motor maximal 160 kg (Norm: maximal 200 kg)
  • Außenborder mit Viertaktmotor und maximal 70 kg Gewicht

Bei der Entwicklung des Konzeptes wurde auch die persönliche Schutzausrüstung untersucht, diese bestand bis dato aus der Feuerwehr-Schutzkleidung sowie einer ohnmachtsicheren Schwimmweste. Aufgrund etlicher Stellen mit teilweise starken Strömungen, wurde eine Schutzausrüstung in Betracht gezogen die bei DLRG und der Wasserwachten mittlerweile Standard sind. Diese sollte ausfolgenden Komponenten bestehen:

  • Neopren Schutzanzug
  • Neopren- Schuhe und Socken
  • Wildwasserweste mit Prallschutz
  • Wildwasserhelm
  • Wurfsack mit schwimmfähiger Leine

Um eine Personenrettung aus den Gewässern durchzuführen wurden zusätzlich schwimmfähige Seile, zwei Abseilgeräte und zahlreiches Zubehör vorgesehen.

Schlussendlich entstand ein Konzept welches vom Land Baden- Württemberg mit insgesamt 40% bezuschusst wurde.

Die Aufträge wurden von der Firma SWS Waterrescue Bayern (Konzeption des Wasserrettungsanhängers, Lieferung der persönlichen Schutzausrüstung für die Wasserrettung), der Firma Harbeck (Bau des Wasserrettungsanhängers), der Firma Industriekletterer Paderborn (Seiltechnik) der Firma Barth (Feuerwehrtechnische Beladung) sowie der Firma Lava Marine (Hersteller des RTB und Lieferung des Zubehörs sowie des Außenbordmotors) durchgeführt.

Ausbildung der Wasserretter

Bei der Abholung des Wasserrettungsanhängers im September 2020 absolvierten 6 Kameraden als Multiplikatoren ein dreitägiges Strömungsretter Seminar. Deren Aufgabe war es dann die weiteren Kameraden zuhause in die Technik und Handhabung der neuen Ausrüstung einzuweisen. Erste Rettungstrainings im Taubergießen fanden im Oktober 2020 statt.

Aufgrund der aktuellen Corona Pandemie musste die Ausbildung im Bereich der Wasserrettung Ende Oktober 2020 eingestellt werden. Wir hoffen das wir ab dem Frühjahr 2021 die Ausbildung weiterführen können.