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Vorführung eines Sonargerätes für die Wasserrettung

Das folgende Szenario hat sich leider auch an den zahlreichen Badeseen im Breisgau schon mehrfach ereignet: Ein Schwimmer gerät in Not; Wasserrettungseinheiten der DLRG, der Feuerwehr und des THW werden alarmiert. Falls sich die Person bei deren Eintreffen noch an der Wasseroberfläche befindet, können Rettungsschwimmer und Rettungsboote unmittelbar Hilfe leisten. Um hierbei die Hilfsfristen möglichst kurz zu halten, stellt der Landkreis Emmendingen aktuell die drei Schnelleinsatzgruppen Wasserrettung „West“ (Feuerwehren Rheinhausen und Sasbach), „Mitte“ (Feuerwehr Emmendingen) und „Ost“ (Feuerwehr Waldkirch) auf.

Wenn die betroffene Person bereits untergegangen ist, beginnt eine oft zeitaufwendige Suche durch Rettungstaucher der DLRG und des THW. Hierbei können Sonargeräte unterstützen, die aber entweder auf größeren, für Badeseen schlecht geeigneten Mehrzweckbooten fest verbaut sind, oder erst im Einsatz mit Zeitverlust an kleinere Rettungsboote montiert werden müssen. Auf der diesjährigen Feuerwehr-Fachmesse „Interschutz“ wurde die Feuerwehr Rheinhausen auf eine Innovation der Kanadischen Firma „VodaSafe“ aufmerksam, die diese Lücke schließen kann.

Das sogenannte „AquaEye“ – auf Deutsch (Unter-)Wasser Auge – ist ein handgeführtes Sonargerät von der Größe eines Bügeleisens, das durch Rettungsschwimmer unmittelbar zum Einsatz gebracht werden kann. Am 30. September konnten die Wasserretter der Feuerwehr Rheinhausen mit Unterstützung der Tauchergruppe des THW Emmendingen und im Beisein des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Lucas Kimmi sowie des Leiters Einsatz des DLRG Bezirks Breisgau Mirco Bahr das System im Oberhausener Birkenwaldsee testen.

Der Fokus lag neben der grundsätzlichen Eignung und Handhabung auch auf der möglichen Einsatztaktik. Hierbei könnten die „Schnelleinsatzgruppen Wasserrettung“ dank ihrer kurzen Eingreifzeiten zeitnah mit der Suche von der Oberfläche aus beginnen. Bis zum Eintreffen der Tauchergruppen ist die mögliche Position der vermissten Person im Idealfall bereits lokalisiert und an der Wasseroberfläche durch einen Wasserretter markiert. Die Taucher können dann unmittelbar die Rettung einleiten und müssen nicht erst große Flächen unter oft schlechten Sichtbedingungen absuchen. Dadurch können die Überlebenschancen des Verunglückten verbessert werden.

Bei der Präsentation durch die Firma „Brandschutz Südwest“ konnten fünf Wasserretter der Feuerwehr Rheinhausen das „AquaEye“ praktisch anwenden und dabei Einsatzmöglichkeiten und -grenzen des Systems erfahren. Zu Übungszwecken als vermisste Person eingesetzte Taucher konnten dabei erfolgreich im Wasser lokalisiert werden. Im Gegensatz zu anderen Sonargeräten unterstützt die integrierte künstliche Intelligenz bei der Interpretation der Rohdaten bzw. bei der Entscheidung, ob eine Anzeige durch einen menschlichen Körper verursacht wurde. Als nächster Schritt wird nun durch den Landkreis Emmendingen die Beschaffung eines „AquaEye“ für die Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung geprüft.

 

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