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Jahreshauptversammlung

Eine besondere Jahreshauptversammlung hielt die Feuerwehr Rheinhausen am 06. Mai ab. Pandemiebedingt erstreckte sich der Berichtszeitraum über die Jahre 2020 und 2021. Kommandant Thorsten Heckel konnte neben Bürgermeister Dr. Louis auch fünf Gemeinderäte begrüßen, davon zwei aus den Reihen der Feuerwehr. Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Ralf Kesselring, der stellvertretende Verbandsvorsitzende Martin Hämmerle und der Leiter des Polizeiposten Kenzingen Dieter Reinbold waren der Einladung ins Bürgerhaus gefolgt. Mit 57 Einsätzen in 2020 und 62 in 2021 blieb die Einsatzbelastung konstant auf dem hohen Niveau der letzten Jahre. Bei 61 Alarmen handelte es sich um medizinische Notfälle zu denen die First-Responder-Gruppe ausrückte.

Beispielhaft für das sehr breite Einsatzspektrum ist ein Umweltschutzeinsatz am 18.04.2020 in der Kläranlage zu nennen. Nach der kriminellen Einleitung von Mineralöl in die Kanalisation mussten in einem 14-stündigen Einsatz mit materieller Unterstützung der Feuerwehr Lahr 900 Liter Öl-Wasser-Gemisch abgesaugt werden. Der herausforderndste Einsatz war am 14.02.2021 zu bewältigen. In der eng bebauten Rathausstraße konnte mit Unterstützung durch zwei Drehleitern erfolgreich das Übergreifen eines Gebäudevollbrandes auf die stark gefährdete Nachbarschaft verhindert werden. Daneben wurden 13 Brandmeldealarme, ein Kellerbrand und ein weiterer Gebäudebrand abgearbeitet. Die Wasserrettungsgruppe war dreimal gefordert, darunter bei der dramatischen Rettung von zwei grob fahrlässigen Bootfahrern im hochwasserführenden Taubergießen bei Rust am 18.07.2021. Nach dem verheerenden Erdbeben in Kroatien Ende 2020 beteiligte sich die Feuerwehr Rheinhausen an einer überregionalen Hilfsaktion der Feuerwehren. 24 Stunden nach dem ersten Aufruf konnten 19 Paletten mit Hilfsgütern der Rheinhausener Bevölkerung an das Zentrallager übergeben werden. Thorsten Heckel und Ilfan Babacic begleiteten anschließend zwei Hilfskonvois ins Katastrophengebiet.

Während das Einsatzgeschehen sich durch die Pandemie wenig beeindrucken ließ, musste der sonstige Dienstbetrieb deutlich eingeschränkt werden. So konnte nur in den wärmeren Monaten mit niedrigen Inzidenzen praktische Ausbildung in unterschiedlichen Gruppengrößen betrieben werden. Zusätzliche Online-Veranstaltungen kompensierten die Ausfälle teilweise. Umso erfreulicher ist, dass die Einsatzabteilung während der Pandemie um rund 10 % auf 49 Personen anwuchs, unter anderem durch den Zuzug von mehreren hochqualifizierten Kameraden nach Rheinhausen.

Trotz Pandemie wurde die Umsetzung der Feuerwehrbedarfsplanung weiter vorangetrieben. Basierend auf einem neuen Wasserrettungskonzept der Feuerwehr beauftragte der Gemeinderat im März 2020 einen Wasserrettungsanhänger mit Rettungsboot. Bereits im September 2020 konnte die neue Ausrüstung einschließlich persönlicher Schutzausrüstung für den schwimmerischen Einsatz sowie umfangreicher Seilrettungstechnik übernommen werden. Seither erfolgt die Ausbildung der Wasserrettungsgruppe. Dazu gehört unter anderem das DLRG Rettungsschwimmerabzeichen in Silber, das 10 Kameraden im April 2022 erfolgreich ablegten. Das Auslegungsszenario für die neue Ausbildung und Ausrüstung trat am 18.07.2021 exakt ein und wurde erfolgreich bewältigt. Die Feuerwehr Rheinhausen wird auch im neuen landkreisweiten Wasserrettungskonzept eine maßgebliche Rolle spielen.

Um die kritische Infrastruktur Feuerwehrhaus funktionsfähig zu halten sollte ein Notstromaggregat angeschafft werden. Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung wurde daraus ein Notstromkonzept für die gesamte aktuelle kommunale Infrastruktur in der Ortsmitte. Im Juli 2021 konnte schließlich ein Anhänger mit einem 100 kVA Stromerzeuger und einem leistungsfähigen Lichtmast übernommen werden. Handlungsbedarf besteht noch bei den Gebäudeeinspeisungen und der Kraftstofflogistik.

Außerdem wurde die Einsatzkleidung erneuert und neben einem Hygienekonzept für Brandeinsätze ein Reservekleidungspool eingerichtet. Die Firma Brüderle Kunststofftechnik spendete einen Hochhubwagen dank dem die Einsatzlogistik sicherer und schneller abgewickelt werden kann. Mit der neuen Homepage, verstärkten Social-Media-Aktivitäten und Software-Projekten zur Alarmierung und Verwaltung nahm auch die Digitalisierung der Feuerwehr Rheinhausen Fahrt auf. Aktuell arbeitet ein Beschaffungsteam an der Ersatzbeschaffung des bereits 28 Jahre alten Tanklöschfahrzeuges. Die Ausschreibung soll in 2023 erfolgen. Außerdem ist die Gründung einer Kinderfeuerwehr geplant.

Kommandant Heckel wies darauf hin, dass das Feuerwehrhaus angesichts der in den letzten 15 Jahren deutlich angewachsenen Aufgaben und Ausrüstung an der Kapazitätsgrenze operiert. Deshalb wurde das Mehrzweckboot des Landkreises bereits zur Feuerwehr Sasbach verlagert. Angesichts des erfolgten und weiter absehbaren Wachstums der Gemeinde Rheinhausen sowie der erforderlichen Stärkung des kommunalen Bevölkerungsschutzes sollten Optionen für eine Erweiterung geprüft werden.

Der Bericht von Schriftführer Lukas Schwörer fiel aufgrund der pandemiebedingt weitgehend eingestellten kameradschaftlichen Aktivitäten deutlich kürzer als üblich aus. Lediglich an zwei Hochzeiten im Sommer 2021 konnten Abordnungen teilnehmen. Anstelle der ausgefallenen Weihnachtsfeiern wurden jeweils kleine Geschenke durch die Kommandanten verteilt. Am 01.10.2021 richtete die Feuerwehr Rheinhausen die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Bürgerhaus aus.

Auch Jugendfeuerwehrwart Sven Maurer berichtete von einem deutlich reduzierten Dienstbetrieb mit nur kurzzeitig möglichen praktischen Übungen. Zusammen mit dem Kreisjugendfeuerwehrverband wurde versucht, die Mitglieder während der diversen Lockdowns mit Online-Veranstaltungen und „Care-Paketen“ zu motivieren. Trotzdem ist die Mitgliederanzahl während der Pandemie deutlich gesunken, konnte aber in 2022 wieder auf 15 stabilisiert werden. Celina Höll und Lena Wörner absolvierten den Lehrgang zum Jugendfeuerwehrwart.

Der Seniorenvertreter Josef Koßmann konnte pandemiebedingt nur von einem Besuch der 22 Kameraden im Europapark berichten. Für die beiden während der Pandemie verstorbenen Kameraden Franz Schmieder und Hermann Kaiser soll es im Sommer einen Gottesdienst geben. Daniel Meyer berichtete als Kassenwart von einem Minus bei deutlich gesunkenen Umsätzen wegen ausgefallenen Veranstaltungen. Da die Kassenprüfer eine einwandfreie Buchführung bestätigten erfolgte auf Antrag von Gemeinderat Heinz Erhardt die einstimmige Entlastung der gesamten Vorstandschaft.

Bürgermeister Dr. Louis dankte der Feuerwehr auch im Namen der Einwohnerschaft und des Gemeinderates. Letzterer sei stolz auf die Feuerwehr und sehe die bereitgestellten Gelder als gut investiert an. Auch Dr. Louis betonte, dass das starke Wachstum der Gemeinde Rheinhausen neue Anforderungen an die Feuerwehr stellt. So sind aktuell mehrere Sonderobjekte mit bis zu drei Obergeschossen, Tiefgaragen und teilweise vulnerablen Bewohnern in Planung.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Ralf Kesselring bedankte sich im Namen des Landkreises auch für das über die Gemeindegrenzen hinaus geleistete. Die Feuerwehr Rheinhausen sei für Wasserrettung, First-Responder und Absturzsicherung überörtlich bekannt. Der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz wurde flächendeckend über Jahrzehnte vernachlässigt. In Rheinhausen hätte man dies erkannt und bereits teilweise gegengesteuert.

Für den stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Martin Hämmerle zeigten die beeindruckenden Einsatzbilder die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Rheinhausen. Er dankte weiterhin für die aktive Mitarbeit im Kreisfeuerwehrverband, unter anderem bei der Ausrichtung der Jahreshauptversammlung. Dieter Reinbold betonte als Leiter des Polizeiposten Kenzingen die gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Polizeidienststellen und die beachtliche Anzahl an Einsätzen, die professionell abgearbeitet wurden.

Ralf Kesselring überreichte anschließend die Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg für langjährigen aktiven Einsatzdienst. Nico Fligge, Andreas Lang, Günter Maurer und Clemens Maurer erhielten für 15 Jahre das Ehrenzeichen in Bronze. Markus Held, Markus Koßmann und Adrian Münkel wurden für 25 Jahre in Silber ausgezeichnet. Für 40 Jahre erhielt Harald Schmider Gold.

Etliche weitere verdiente Kameraden wurden durch die Gemeinde Rheinhausen geehrt. Neben insgesamt 13 Auszeichnungen für 15, 20 und 30 Jahre Feuerwehrdienst wurden Markus Duri und Peter Metzger für 40 Jahre sowie Klaus Koßmann und Gerhard Kaiser für 45 Jahre geehrt. Anton Koßmann und Josef Koßmann leisten schon seit 50 Jahren Feuerwehrdienst. Gerhard Villinger, Franz Maurer und der Ehrenkommandant Stefan Maurer konnten Urkunden für 55 Jahre, Paul Ams und Walter Ketterer sogar für stolze 60 Jahre Feuerwehrdienst entgegennehmen.

Zwei Kameradinnen und sechs Kameraden wurden nach absolvierter Grundausbildung zur Feuerwehrfrau bzw. zum Feuerwehrmann befördert. Fünf Kameraden tragen ab sofort die Dienstgrade Oberfeuerwehrmann bzw. Hauptfeuerwehrmann. Florian Meier wurde nach bestandenem Gruppenführerlehrgang zum Löschmeister und Simon Haser nach der Ausbildung zum Zugführer zum Brandmeister befördert. Daneben gibt es auch fünf neue Oberlöschmeister bzw. Hauptlöschmeister.

 

 

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