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Feuerwehr Rheinhausen investiert in die Gerätehaus-Sicherheit

  • Brand im Gerätehaus der Feuerwehr Stadtallendorf im Oktober 2024 – Schadenshöhe ca. 22 Millionen.
  • Simmerberg im September ´25, Millionenschaden.
  • Märkische Heide im Oktober ´25 – Gerätehaus inklusive der gesamten Ausrüstung komplett in Schutt und Asche.

Drei von leider unzähligen Beispielen, dass auch die Feuerwehr und dadurch im Folgenden die Sicherheit der Gemeinden und deren Einwohner durch Brände in den Gerätehäusern massiv betroffen sein können. Werden in bestimmten Objekten (Industrie, Pflege, Schulen usw…) seit Jahren Brandmeldeanlagen gefordert und mit viel Geld verbaut, ist dies in Feuerwehr-Gerätehäusern baurechtlich nicht gefordert. Da aber immer mehr Elektronik in den Räumlichkeiten und insbesondere auch in den Fahrzeugen verbaut wird, steigt dadurch leider auch die Gefahr von Kurzschlüssen oder sonstigen Defekten.

Um die Chancen auf eine möglichst frühzeitige Brandentdeckung und dadurch Schadensminimierung zu erhöhen, nutzt die Rheinhausener Wehr zukünftig ein neues, App-basiertes Alarmierungssystem. Die Hüsemer Wehr ist damit eine der ersten Wehren im Umkreis, die ihr Gerätehaus und Inventar so überwacht und schützt.

In den Fahrzeugen wurden hierzu in der Manschaftskabine und im Aufbau jeweils Rauchwarnmelder eingebaut, welche mittels App-Anbindung mit der Alarmierungsapp „aPager Pro“ des Softwareanbieters Alamos verbunden sind. Hierzu verfügt jeder Melder über eine eigene Mobilfunkverbindung im sogenannten Narrowband IoT.

Ein NB-IoT-Netz ist ein spezielles Mobilfunknetz, das sich durch hohe Reichweite, geringen Energieverbrauch und stabile Verbindungen auszeichnet. Es ermöglicht die Vernetzung von Sensoren und Maschinen, selbst in schwierigen Umgebungen wie unter der Erde oder in Gebäuden. Hierfür ist kein lokales Internet, kein WLAN-Router oder lokales Netzwerk nötig. Der Vorteil dieser Rauchwarnmelder (RWM) ist, dass sie aufgrund der jeweiligen eigenen Mobilfunkverbindung permanent verbunden sind.

Bei anderen am Markt befindlichen alternativen Systemen mit lokalen Netzwerken, Basisstationen im Gerätehaus usw. loggen sich die RWM bei Ausfahrt aus dem Gerätehaus jeweils aus dem System aus. Die Gefahr hierbei ist, dass sie sich dann bei Rückkehr in das Gerätehaus nicht mehr in das System einbuchen und im Brandentstehungsfall keine Information an die vorgesehenen Kameraden gesendet wird. Die Rauchmelder laufen komplett autark über das NB-IoT-Netz. Alle Melder sind mit einer 10 Jahres-Batterie ausgestattet, führen automatisch Selbsttests durch und sind Fernwartungs-geeignet.

Im Falle einer Rauchentwicklung, z.B. durch einen defekten Akku oder der Fahrzeugelektronik, lösen die funkvernetzten Melder aus. Gleichzeitig wird eine Warnung via App auf die Smartphone der fahrberechtigten Kameraden gesendet. Ziel ist, im Brandfall ggfls. das betroffene Fahrzeug noch aus der Fahrzeughalle fahren zu können. Sollte dies nicht mehr möglich sein besteht dann eventuell noch die Möglichkeit, die nicht betroffenen Fahrzeuge durch Herausfahren sichern zu können. Der Umkleidebereich ist bereits durch im Brandfall selbstschließende Tore separiert. Oberste Prämisse für alle vorgesehenen Kameraden, i.d.R. die Maschinisten, ist Eigenschutz vor Eigengefährdung.

Weitere Geräte werden im kommenden Jahr in der Fahrzeughalle und den Funktionsräumen installiert. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise in den kommenden Wochen. Durch einen technisch äußerst versierten Kameraden in den eigenen Reihen konnten die Installation und Inbetriebnahme der Anlage und des Systems selbst durchgeführt werden.

Im Vergleich zu einer nachträglich in den Bestand zu integrierenden, automatischen Brandmeldeanlage mit leitungsgeführten Meldern, der notwendigen Vorplanung, den Installationsarbeiten und den Aufschalte- und Instandhaltungskostenkosten konnte hier ein System mit einem annehmbaren Kosten- Nutzen Verhältnis implementiert werden. Die Konzeptionierung des Systems und der Komponenten erfolgte gemeinsam mit der Firma IT4BOS.

Pressestelle FF Rheinhausen, Andreas Lang – Fachliche Beratung: Lukas Schwörer


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