Den Auftakt zum 25-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Rheinhausen und zum 35-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr machte das Festbankett am Freitag, den 19. September im fast voll besetzten Bürgerhaus. Eröffnet und musikalisch umrahmt wurde der Abend durch die Dudelsack-Gruppe „Pipes and Drums Fire Brigade Riegel“. Anschließend führte Moderator Daniel Hiller gekonnt und kurzweilig durch das Programm.

Bürgermeister Dr. Louis bezeichnete in seiner Begrüßung die Feuerwehr als Motor der Gemeindeentwicklung ohne die es das heutige Bürgerzentrum nicht geben würde. Schließlich wurde mit dem Feuerwehrhaus 2007 das erste Gebäude in der neuen Ortsmitte bezogen. Unter anderem wegen dem ab Anfang nächsten Jahres genutzten Wohnheim für über 40 Menschen mit Behinderung benötige die Gemeinde eine leistungsfähige Feuerwehr.
Die Feuerwehr Rheinhausen war bereits im Jahr 2000 aus den ehemals eigenständigen Abteilungen Niederhausen und Oberhausen gegründet worden. Deren Kommandanten Alois Enghauser und Stefan Maurer hatten schon zehn Jahre vorher in großer Weitsicht und auch gegen Widerstände eine gemeinsame Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen.
Die Rheinhausener Fastnachtsgrößen Rainer und Oskar Klomfass und Stefan Kocon brachten das Publikum anschließend mit einem liebevollen dreisprachigen Sketch über die #huesemerhelfer zum Lachen. Dreisprachig, weil die Botschaften quasi simultan und zielgruppengerecht in Jugendsprache und ins Elsässische übersetzt wurden.
Clemens Maurer und Florian Meier hatten das etliche Gigabyte umfassende Fotoarchiv durchforstet und daraus einen multimedialen Rückblick der letzten 35 Jahre gestaltet. Dieser mündete im gemeinsamen Singen der Rheinhausener Feuerwehr-Hymne „Wenn eine alte Scheune brennt“.

Landrat Hanno Hurth sah in der Fusion der beiden Abteilungswehren Synergien und einen Mehrwert der der Bevölkerung zugutekommt. Die Feuerwehr Rheinhausen sei in den vergangenen Jahrzehnten im Landkreis Vorreiter bei vielen Themen gewesen. So nannte Hurth den ersten Feuerwehrbedarfsplan 2009, die Gründung der First-Responder-Gruppe 2013, die Aufgabe als Ausbildungsstützpunkt für Absturzsicherung sowie einfache Rettung aus Höhen und Tiefen seit 2012 und den Aufbau der Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung für den nord-westlichen Landkreis.
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Nico Zimmermann überbrachte seine Glückwünsche zu einer Silberhochzeit die keine Zwangsehe gewesen sei. Er sah in Rheinhausen eine sehr starke und sehr besondere Feuerwehr mit einer hervorragenden Jugendarbeit als Fundament. Etliche heutige Führungskräfte hätten ihre Feuerwehrkarriere in den Anfangsjahren der Jugendfeuerwehr begonnen.
Martin Hämmerle ging in seiner Funktion als stellvertretender Kreisbrandmeister auf die enge und reibungslose Zusammenarbeit in Einsätzen und Übungen insbesondere mit der Stützpunktfeuerwehr Herbolzheim ein. Er betonte weiterhin, dass die Feuerwehr Rheinhausen neben ihren fachlichen Stärken auch für ihr kulinarisches Angebot überörtlich bekannt ist.
Der Vorsitzende der Bulldog- und Schlepperfreunde Oberhausen sah einen schönen Anlass sich für viele wertvolle gemeinsame Stunden zu bedanken. Für die Narrenzunft Oberhausen trug der Vorstand Florian Balzer sein Grußwort standesgemäß in Form einer launigen Büttenrede vor. Andreas Burger vertrat die örtliche Vereinsgemeinschaft und nannte die Feuerwehr einen unverzichtbaren Teil davon.
Der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerk, Ortsverband Emmendingen Bernd Schmidt überbrachte ebenfalls Glückwünsche und überreichte der Jugendfeuerwehr ein Geschenk zu ihrem Jubiläum.

Kommandant Thorsten war 1990 Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr und wurde nach der Funktion als Jugendfeuerwehrwart zum ersten und bisher einzigen Kommandanten der Feuerwehr Rheinhausen gewählt. Er zeichnete die Entwicklung nach, die insbesondere nach der Bürgermeisterwahl 2004 mit dem Bau des Feuerwehrhauses Fahrt aufnahm. Nach der Einbringung von 5500 Stunden Eigenleistung wurde 2007 der Neubau bezogen und in der Folge die Abteilungen aufgelöst.
In den Jahren 2014 bis 2025 wurden der Kommandowagen, der Mannschaftstransportwagen, zwei Löschgruppenfahrzeuge, der Wasserrettungsanhänger und ein Notstromaggregat ersetzt oder neu beschafft. Aufgrund vielfältiger Eigenleistungen und förderfähiger innovativer Konzepte musste die Gemeinde Rheinhausen für all diese langfristigen Investitionen im Durchschnitt der zwei Jahrzehnte unter 100.000 Euro pro Jahr an Eigenmitteln aufwenden.
Die trotz damals auch kritischer Stimmen gegründete First-Responder-Gruppe hat mit dem auch aus Spenden der Bevölkerung finanzierten Kommandowagen bis heute fast 400 Einsätze gefahren.
Im Rahmen des Festbanketts wurden Phillip Kaiser und Christopher Heckel zum Hauptlöschmeister befördert. Die Gemeinde Rheinhausen zeichnete Günter Maurer und Lukas Schwörer für 20 Jahre Feuerwehrdienst und Richard Metzger für 45 Jahre Feuerwehrdienst aus. Michael Maurer erhielt für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst das Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Silber.

Die Rheinhausener Firmen Georg Krieg GmbH und REWE Ruf durften sich über die Auszeichnung „Förderer der Feuerwehr“ des Kreisfeuerwehrverbandes für ihr jahrelanges Engagement zugunsten der #huesemerhelfer freuen.
Mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber wurde Gerhard Kaiser für Jahrzehnte Engagement als Führungskraft in der Feuerwehr und als Unternehmer zugunsten der Feuerwehr, Daniel Meyer für 15 Jahre Rechnertätigkeit, Fabian Kunz für 25 Jahre als Pressesprecher und der stellvertretende Kommandant Andreas Lang für sein Engagement in der überörtlichen Ausbildung ausgezeichnet. Bürgermeister Dr. Louis erhielt die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Gold und Kommandant Thorsten Heckel das nur selten vergebene Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.
Zum Abschluss des abwechslungsreichen Festbanketts legte die Tanzgruppe „Dance United“ einen fetzigen Auftritt mit dem Thema Feuerwehr aufs Parkett.

Am Samstag und Sonntag folgten das traditionelle Herbstfest der Feuerwehr Rheinhausen mit den bekannten Spezialitäten und Barbetrieb – in diesem Jahr im und am Bürgerhaus. Am Sonntag sorgte die Fahrzeugausstellung insbesondere bei vielen Kindern für leuchtende Augen. Die Jugendfeuerwehr demonstrierte mehrmals eindrucksvoll die Gefahren einer Fettexplosion und animierte an der Feuerlöscher-Trainings-Station und bei der Orientierung in einem mit Diskonebel verrauchten Zelt zum Mitmachen.
Bei leider regnerischem Wetter wurde am Sonntagnachmittag das neue Löschgruppenfahrzeug LF20 der Feuerwehr Rheinhausen offiziell in Dienst gestellt. Die durch den Musikverein Niederhausen musikalisch umrahmte kurze Zeremonie fand deshalb größtenteils im Bürgerhaus statt.
Bürgermeister Dr. Louis betonte in seiner Ansprache die Notwendigkeit des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF20 aufgrund weiter steigender Anforderungen an die Feuerwehr insbesondere durch die aktuelle Errichtung von großen Sonderbauten im Bürgerzentrum. Er wies erneut auf die unter anderem pandemie- und lieferkettenbedingten Preissteigerungen bei Feuerwehrfahrzeugen hin und äußerte die Hoffnung, dass das neue Fahrzeug ähnlich lange wie sein Vorgänger genutzt werden kann.
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Ralf Kesselring informierte über die knapp 100.000 Euro Landeszuschuss für diese insgesamt rund 600.000 Euro teure kommunale Pflichtaufgabe. Laut Kesselring ist jeder Cent gut angelegt da das Fahrzeug letztlich allen Rheinhausener Bürgern zugutekommt. Er betonte auch die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden bei der Planung, Ausschreibung und Baubegleitung und die Notwendigkeit intensiver Übungen mit der neuen Technik.
Kommandant Thorsten Heckel ließ den rund vier Jahre langen Beschaffungsprozess mit insgesamt vier Terminen beim Aufbauhersteller in Bayern Revue passieren und dankte den an der Beschaffung beteiligten Gemeinderäten Franz Weichner und Alois Deck.
Zum Abschluss segnete Pfarrer Rüdiger Kopp das neue Fahrzeug standesgemäß mit Weihwasser aus einer Kübelspritze.

Fabian Kunz – Pressesprecher
