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Wasserrettungsanhänger für die Feuerwehr Rheinhausen wird beschafft

 

Am 25. März 2020 beschloss der Gemeinderat die Beschaffung eines Wasserrettungsanhängers für die Feuerwehr Rheinhausen. Damit wurde ein weiterer Meilenstein zur Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplanes erreicht. In diesem hatte die Feuerwehr nicht nur den dringenden Ersatz des defekten Rettungsbootes, sondern auch die spezifischen Gefahren durch die vielfältige Nutzung des hochwasseranfälligen Naturschutzgebietes Taubergießen analysiert. Als Ergebnis sind zukünftig auch grundlegende Fähigkeiten für schnell fließendes Gewässer mit der erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung sowie Seil- und Rettungstechnik erforderlich. Sogenannte Strömungsretter sind bei DLRG und Wasserwacht seit Jahren etabliert, aber im Rheinhausener Umfeld leider nicht zeitnah verfügbar. Da die Einzelmaßnahmen nicht förderfähig sowie taktisch und logistisch ungünstig sind, wurde ein integriertes Konzept in Form eines Wasserrettungsanhängers entwickelt. Für diesen wurde eine außergewöhnlich hohe Landesförderung von über 30% der Kosten gewährt.

Eine Umsetzung "von der Stange" durch klassische Feuerwehrlieferanten ist einerseits mit vertretbarer Qualität und Wirtschaftlichkeit nur schwer möglich. Andererseits gibt es jenseits des eigenen fachlichen und regionalen Tellerrandes aber jahrelang bewährte Lösungen für Teilbereiche, die die Feuerwehr Rheinhausen im Planungsprozess evaluierte. Das neue Rettungsboot soll insbesondere einen wesentlich besseren mechanischen Schutz für die Besatzung bieten und trotzdem tragbar sein. Hier wurde man bei der Firma Lava Marine in Nordrhein-Westfalen in Form eines Schlauchbootes mit Aluminiumrumpf fündig. Die persönliche Schutzausrüstung für die Strömungsrettung besteht unter anderem aus Neoprenanzügen, Schwimmwesten mit Prallschutz und speziellen Wasserrettungshelmen. Sie orientiert sich weitestgehend an den Standards von DLRG und Wasserwacht und kommt vom Chiemsee. Die Seiltechnik liefert eine Spezialfirma aus Paderborn, die Feuerwehr- und Rettungstechnik die Firma Barth aus Fellbach.

Beim ausgewählten Anhängertyp handelt es sich schließlich um das robuste Standardmodell der oberbayrischen Wasserwachten von einem Hersteller am Chiemsee. Der Innenausbau ist aber flexibel möglich, sodass beim Rheinhausener Modell Teile der Beladung in zwei Modulkisten lagern sollen. Diese können auch im Kommandowagen oder im Mannschaftstransportwagen transportiert werden. Der Wasserrettungsanhänger fügt sich damit nahtlos in das Logistikkonzept ein wenn zum Beispiel Material ins Gelände transportiert werden muss, einzelne Fahrzeuge ausfallen oder Teile der Beladung schnell auszuwechseln sind. Neu wird für die Einsatzkräfte sein, dass das Rettungsboot auf dem Anhängerdach und der Außenbordmotor auf einer Sackkarre im Anhänger gelagert wird. Durch einen aufwändigen Planungsprozess mit mehreren Tests und Besichtigungen sowie detaillierte Leistungsbeschreibungen stellt die Feuerwehr Rheinhausen sicher, dass die einzelnen Ausschreibungslose ineinander greifen und die einschlägigen Normen eingehalten werden.

Die aktuelle Corona-Krise stellt für die Abwicklung der Beschaffung natürlich eine weitere Herausforderung dar. So kommen einzelne benötigte Komponenten aus Asien, Nordamerika und dem Europäischen Ausland und Besprechungen bei Herstellern sind bis auf weiteres nicht möglich. Die Feuerwehr Rheinhausen ist aber zuversichtlich, durch eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten Verzögerungen minimieren zu können. Ein bereits für Mai geplantes mehrtägiges Training mit einem internationalen Experten für Strömungsrettung musste leider verschoben werden. Es soll aber schnellstmöglich nachgeholt werden, sobald der Übungsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Im Idealfall wird dann auch schon der Wasserrettungsanhänger in Dienst gestellt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser soll durch die Rheinhausener Bootsgruppe auch über die Landkreisgrenze hinaus auf Ruster Gemarkung eingesetzt werden und stellt eine zentrale Komponente im zukünftigen Wasserrettungskonzept des Landkreises Emmendingen dar.

 

Das Bild oben zeigt einen ähnlichen Wasserrettungsanhänger, den die Beschaffungsgruppe letztes Jahr bei der Wasserwacht in Ingolstadt besichtigen konnte.

 
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